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Stalking

Auf http://de.wikipedia.org/wiki/Stalking vom 17.11.2013 können wir lesen:

"Stalking ist das willentliche und wiederholte (beharrliche) Verfolgen oder Belästigen einer Person, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann. Stalking ist in vielen Staaten ein Straftatbestand (in Deutschland als „Nachstellung“)."

Das englische Gerundium „stalking“ bedeutet „anschleichen, einkreisen der Beute“ und meint das kontinuierliche, penetrante, unerwünschte, bedrohliche Verfolgen einer Person. Das Stalking ist ein Phänomen, von dem auch behinderte Menschen nicht verschont bleiben. Der Belästiger beobachtet und terrorisiert sein Objekt, unter anderem durch:
•    Zu Tag- und Nachtzeiten Telefonanrufe, SMS, E-Mails
•    Cyberstalking
•    Geschenke, Blumen
•    Verfolgen, Beobachten und Auflauern vor der Wohnung, dem Arbeitsplatz und bei Freizeitaktivitäten, z. B. beim Behindertensport
•    Ausfragen von Freunden und Bekannten
•    Kontaktaufnahme über Dritte

Stalking ist ein ernst zu nehmender Einschnitt in die Rechte des Opfers. Die Übergriffe und Belästigungen zu stoppen, bedarf es einer Zusammenarbeit von Therapeuten, der Polizei, Juristen und Gerichten. Der Schutz des Stalking-Opfers sollte Priorität haben.
Leider gibt es immer noch zu wenig Forschung zu Viktimologie (Opferforschung). Bisher standen die Täterprofile im Fokus der Forschungen, auch vor Gericht werden Opfer nur als Zeugen befragt. Jeder kann zum Opfer eines obsessiven Stalkers werden. Wenn der Stalker sich einmal auf seine „Beute“ gestürzt hat, wird er sie nicht so schnell loslassen. Das Opfer steht unter starkem Druck, der sich durch angstvolles Erwarten der Wiederholung steigert. Für das Opfer ist es schwer zu unterscheiden, ob die Bedrohungen eher harmlos oder gefährlich sind. Wenn die Belästigungen endlich nachlassen, besteht trotzdem die Antizipation eines erneuten Stalkings. Das Gefühl der Hilflosigkeit, des sich Beobachtetfühlens und des Ausgeliefertseins überkommt das Opfer. Diese Belästigungen führen nicht selten zu einer völligen Umstrukturierung der Aktivitäten des Stalking-Opfers.

Paul Mullen, Michele Pathé und Rosemary Purcell  haben Verhaltensmuster und Klassifikationen von Stalkern herausgearbeitet.
Sie unterscheiden Stalker in solche, die:
•    eine Wiederaufnahme einer beendeten Beziehung suchen (rejected)
•    eine intime Beziehung zu einer bestimmten Person erzwingen wollen (intimacy seekers)
•    keine sozialen Kompetenzen besitzen (incompetent suitors)
•    von Wut und Missgunst beherrscht werden (resentful)
sexuell motiviertes stalken (predatory)
Die Unterteilung nach Geschlechtern zeigt, dass die meisten Stalker männlich sind, nach den o.g. Kategorien sind aus der Gruppe rejected 85 %, intimacy seekers 77 %, incompetent suitors 91 %, resentful 80 % und predatory 100 % männlich (S. 67).
Mullen et al. beschreiben den Erotomanen. Esquirol prägte 1845 den Begriff „erotic monomania“; später nennt er es „erotomania“.
Der sexuell motivierte Stalker erhält seine Motivation, indem er wiederholt sexuell deviante Handlungen in seiner Phantasie durchspielt und das Opfer beobachtet, bis er übergriffig wird. Er verspürt ein starkes Gefühl der Überlegenheit. Der Stalker leidet an Liebeswahn und will sein ausgesuchtes Opfer kontrollieren und – falls aus seiner Sicht nötig – auch Strafe androhen.

Fiedler  beschreibt sexuell motiviertes Stalking als sadistisches Machtgefühl, das vor dem Stalking zuerst in der Phantasie ausgelebt wird. Die Ausprägung der Paraphilie sei maßgeblich für den Wunsch, das Objekt der Begierde zu beherrschen.

Stalking findet meist per Telefon oder E-Mail statt. Einige behinderte Frauen wurden verfolgt, nachdem in den Medien über ihre besonderen Leistungen berichtet worden war.

Lit.: Mullen, Paul et al, 2009: Stalkers and their Victims. Cambridge University Press, UK.
Fiedler, Peter, 2006: Stalking. Beltz Verlag, Weinheim.

 

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